Achim Kraft im Holz


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Unser Logo
Das DarkDinner-Logo ist ein Maulwurf, der charakteristisch für die Blindheit eingesetzt ist. „JuZi“, der Name des Maulwurfs setzt sich aus zwei Buchstaben des Vor- und Zunamens der Zeichnerin zusammen.
JuZi hat in der linken Hand einen Blindenlangstock, trägt eine Schwarzbrille und in der rechten Hand ein Servierbrett mit einer Flasche und einem Glas daraufstehend. Er hat eine Kellnerjacke an und ein Serviertuch  über dem linken Unterarm. Der Schriftzug  „JuZi“ erscheint unter seinen Füßen.

Das DarkDinner

Mit blindem/ sehbehindertem Bedienpersonal
(Saskia Steck, Ali Gürler, Sven Germann, Rainer Möller und Achim Kraft)


Ich hatte schon seit längerer Zeit vor, eine solche Veranstaltung in Gießen für Sehende anzubieten und wurde durch einen Freund darin bestärkt, der in Augsburg auch in der Dunkelheit kellnert, meine Idee umzusetzen.

Nachdem ich 2008 mit einigen Gaststätten Kontakt aufnahm, aber nur auf wenig Interesse stieß, vernachlässigte ich das DarkDinner und kam erst Ende 2009 wieder auf die Idee zurück, als ich im Chamäleon (ehem. Ventilchen im Citycenter Gießen) beim Blindenstammtisch mit den dortigen Gastwirten über meine Idee sprach.

Meine Erwartungen wurden gestärkt, die Einzelheiten besprochen und dann das 1. DarkDinner angepeilt!
Von Anfang an war allerdings klar, das es nicht um den Kommerz, sondern um Barriereabbau und die Einblicknahme in das Leben von Blinden ging.

Ich danke meinen Freunden Stefan Kessler aus Augsburg, dass er mich mit Rat und Tat bei meiner Idee unterstützte und bei der ersten Veranstaltung sogar mitgeholfen hat
und Horst, der mit seinen 7 Jahrzehnten immer noch lebhaft alles mit mir ausdiskutiert und mir seine Ansichten als Sehender mitteilt, damit wir Blinden den Sehenden bei dieser oder jener Situation helfen können und auch besser verstehen lernen.

Seit Sonntag dem 17.01.2010 kann man auch in Gießen als Sehender versuchen, sich in der Dunkelheit durchzuschmecken.
Somit kann sich Gießen in die Reihe der Städte mit Lokalen, in denen man sein Essen mit anderen Sinnen als nur mit dem Auge wahrnimmt, einreihen.

Die Termine für 2014:

 

So. 16. Februar Dinner 2
So. 16. März Dinner 3
So. 27. April Dinner 4
So. 18. Mai Dinner 5
So. 15. Juni Dinner 6
So. 20. Juli  Dinner 7
Sommerpause
So. 21. September Dinner 9
So. 19. Oktober Dinner 10
So. 16. November Dinner 11
So. 21. Dezember Dinner 12


Von Kiel bis Garmisch-Partenkirchen gibt es in jeder größeren Stadt Lokale, in denen man von Blinden bedient wird. Es sind aber nicht immer nur Blinde oder Sehbehinderte, die diese „Essen im Dunkeln“ anbieten. Es gibt pfiffige Geschäftsleute, die aus kommerziellen Zwecken Sehende mit Nachtsichtgeräten in der Dunkelheit bedienen lassen und dadurch nur den Eventcharakter stärken, was allerdings völlig an der Thematik vorbei geht …….

Von Januar bis Mai 2010 wurde DarkDinner von vielen Personen besucht und einige kamen sogar mehrmals, um auch ihre Freunde/Bekannte die beeindruckende (für manche auch bedrückende) Atmosphäre spüren zu lassen.

Eine etwas merkwürdige Situation gab es bei dem ersten DarkDinner, als ein Gast nach nur kurzer Zeit in der Dunkelheit das Lokal verlassen musste und in der sicheren Helligkeit einige Minuten Licht tanken musste. Dieser Gast ist beruflich eine gestandene, nicht ängstliche Person, der man eine solche Reaktion auf die Dunkelheit gar nicht zugetraut hätte.
Daran kann man gut deutlich machen, welch große Probleme bei späterblindeten Personen entstehen können.

Wer sich jetzt die Frage stellt, was ist besser oder leichter? Geburtsblind zu sein oder als Erwachsener zu erblinden, dem kann ich antworten, dass beide Situationen nicht prickelnd sind!

Von Juni bis August 2010 fanden wegen der Weltmeisterschaft und den Sommerferien keine DarkDinner statt.

Von September bis Dezember 2010 gab es wieder jeden dritten Sonntag ein DarkDinner.

Als Jahres-Abschlussdinner feierte ein mehrmaliger Gast von uns ihren runden Geburtstag bei uns, was mich persönlich sehr freute und ein Zeichen dafür ist, das Sehende sich in der Obhut von Blinden durchaus wohl und sicher fühlen. An diesem Tag konnten wir nette Kontakte knüpfen und man hörte einige nachdenkliche Stimmen über die Idee, seinen Geburtstag in völliger Dunkelheit zu feiern.


Hier geht es zu den Zeitungsartikeln

http://www.giessener-zeitung.de/giessen/beitrag/25934/darkdinner-eine-erleuchtende-selbsterfahrung/

http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/stadt-giessen/nachrichten/8220088.htm


Hier ein paar „Stimmen aus der Dunkelheit“

"Das DarkDinner hat bei uns einen bleibenden, positiven Eindruck hinterlassen. Wir als junge "sehende" Menschen haben nicht die geringste Vorstellung davon, ohne Augenlicht die Welt zu erblicken.Danke, dass Sie uns geführt und wir uns dadurch ein wenig herangetastet haben. Eine Meisterleistung, wie wir erkennen konnten. Dafür möchten wir uns herzlich bei Ihnen bedanken."

"Lieber Herr Kraft,der Abend hat uns sehr viel fürs Leben mitgegeben und wir haben bis jetzt schon mit vielen Freunden darüber gesprochen."

“Meine Freundin und ich hatten anfangs bedenken und waren ängstlich als wir in dem halbdunklen Vorraum unsere Jacken abgaben. Als dann einer der blinden Bedienungen uns bat, unsere Hände auf seine Schultern zu legen, und wir die Sicherheit des Kellners in der Dunkelheit bemerkten, wich unsere Angst und wir fühlten uns in dessen Obhut sicher und geborgen!“

„Diese Veranstaltung sollte man als Pflichtfach in den Schulen einführen, um in einer egoistischen Zeit ein Gemeinschaftsgefühl zu fördern und das Wahrnehmen mit anderen Sinnen zu beleben!“

„Die verschiedenen Gänge des Menus zu sich zu nehmen, ist schon eine große Herausforderung und ein Erlebnis, aber die Gespräche mit den Blinden und Sehbehinderten anschließend im Halbdunkel des Lokals (nur mit Kerzen auf den Tischen) sind jedoch sehr viel beeindruckender und man erkennt, das man selbst ja nur drei oder vier Stunden in der Dunkelheit aushalten musste, andere jedoch ihr ganzes Leben in der Dunkelheit leben müssen!“

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